Querdenken und die Polizei!

Ein Polizist aus den Reihen der Hamburger Polizei zeigte offen seine Solidarität mit einem Autokorso Querdenker-Bewegung. Auch wenn es kein Geheimnis ist, dass es gewaltiges #PolizeiProblem  gibt, ist diese offene Positionierung erschreckend.

Es folgt ein Text von uns zur Thematik: ‚Querdenken und die Polizei‘!

In den letzten Monaten gab es viele Demonstrationen von der Querdenker-Bewegung in ganz Deutschland, immer wieder gibt es Schlagzeilen über die
kapituliation der Polizei oder Artikel über sympathisierende
Polizisten.
Deutschland hat ein Polizeiproblem, das sollte eigentlich allen klar
sein, besonders bei den Demonstrationen der Querdenker-Bewegung ist dies
immer wieder klar zu sehen.

Sowie in Kassel am 20.03.2021, die Demonstration wurde im vorhinein
verboten, trotzdem zogen Tausende Querdenker*innen durch die Innenstadt
ohne Masken zu tragen oder Abstand zu halten.
Anstatt dass die Polizei die Demonstration auflöste und die
Hygienemaßnahmen durchsetzte, wurde stattdessen lieber der friedliche
Gegenprotest zusammen geknüppelt und mit Repressionen überseht.

Solch ein Vorgehen ist leider kein Einzelfall.

Wir erinnern uns alle an die Großdemonstration der Querdenker-Bewegung
in Leipzig am 07.11.2020, die Demonstration eskalierte komplett, es
wurden Steine geworfen, Pyrotechnik gezündet und Pressevertreter*innen
angegriffen, die Polizei kapitulierte und zog sich zurück.
Zu diesem Zeitpunkt waren auch mehrere Wasserwerfer und gepanzerte
Fahrzeuge in Leipzig. Diese wurden jedoch nicht genutzt um den rechten Mob in Schach zuhalten, sondern wurden im linksalternativen Viertel Connewitz abgestellt, wo zu diesem Zeitpunkt alles friedlich war.

Im Nachhinein sprach die Polizei über einen „Friedlichen Ablauf der
Versammlung“, wir kennen alle die Bilder aus Leipzig oder die Berichte
von verletzten Genoss*innen, somit können wir auch ganz klar sagen, dass
diese Versammlung nicht friedlich war und die Polizei das rechte Auge
mal wieder zugedrückt hat.

Uns muss bewusst sein, dass die Polizei nicht auf unserer Seite steht
und auch nie dort stehen wird, die Polizei wird unseren Gegenprotest
weiter kriminalisieren.
Doch einschüchtern wird uns das nicht!
Wir werden weiter auf die Straße gehen und für eine solidarische Krisenlösung demonstrieren!

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Jetzt reicht es uns!

Unter dem Deckmantel „Coronaprotest“ finden sich deutschlandweit seit gut einem Jahr seltsame Personen aus verschiedenen Spektren zusammen und üben den Schulterschluss zur (teils extremen) Rechten.

In Hamburg treffen sie sich unter Labels wie „Querdenken 40“, „Eltern stehen auf“ oder neuerdings „Freiheitsfahrer Hamburg“.

Diese Gruppierungen melden eine unübersichtliche Vielfalt von Kundgebungen und Veranstaltungen an, und vereinen dort eine unerfreuliche Mischung aus sogenannter „Bürgerlicher Mitte“ mit Menschen aus unterschiedlichsten Spektren. Von ImpfgegenerInnen, rechten EsoterikerInnen über christliche FundamentalistInnen, bis hin zur Reichsbürgerbewegung tummeln sie sich auf sogenannten Mahnwachen, Schweigemärschen, Autokorsos und anderen Veranstaltungen.

Im Zusammenhang mit diesen Kundgebungen trifft man so gut wie immer auf bekannte Personen aus Nazi-Kreisen. AfD, NPDIdentitäre Bewegung“, Junge Patrioten und ähnliche Gruppierungen fühlen sich in diesen Zusammenhängen sichtlich wohl. Das verbindende Element dieser Gruppierungen ist derzeit die Unzufriedenheit mit den verhängten Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie.

So unterschiedlich die Spektren aus denen sich dieses Potpourri an Menschen speist zu sein scheinen, so unterschiedlich sind auch ihre Kritikpunkte. Die Bandbreite reicht dabei von der sozialchauvinistischen Forderung alle Corona-Maßnahmen zum Schutze der Wirtschaft – und meist auch des eigenen Kapitals – aufzuheben, bis hin zur Leugnung der Pandemie.

Besonders diese Leugnung fußt oft auf absurd anmutenden Argumentationsketten, deren gemeinsamer Nenner letztlich eine irgendwie geartete Weltverschwörung ist. Kern dieser Verschwörungserzählungen ist meistens die angebliche Verstrickung verschiedenster AkteurInnen aus Politik und Wirtschaft, die als vermeintliche „Elite“ die Geschicke der Menschheit steuern.

Diese Verschwörungsideologien kombinieren in der Regel gängige antisemitische Klischees und rassistische Vorurteile mit Kritik an den derzeitigen Pandemiemaßnahmen und schlagen so eine Brücke zwischen „Bürgerlicher Mitte“ und Organisationen der extremen Rechten.

Eins muss allen klar sein: Wer an solchen Veranstaltungen teilnimmt, unterstützt aktiv Nazis. Die Frage, ob jede(r) Teilnehmende sich selbst als rechtsextrem einschätzt, tritt deshalb in diesem Zusammenhang in den Hintergrund.

Darüber hinaus nehmen die TeilnehmerInnen mit ihrem unsolidarischen Verhalten – z.B. dem Verweigern der geltenden Hygienemaßnahmen – Corona-Infektionen und die damit einhergehenden Folgen nicht nur billigend in Kauf, sie verlängern die Pandemiesituation sogar.

Bundesweit ließ sich ausßerdem beobachten, dass sich die selbsternannte Bewegung der CoronaleugnerInnen stark radikalisiert.

Im März 2021 tauchten z.B. in unmittelbarer Nähe des Hamburger Impfzentrums Plakate mit Sprengstoffbauanleitungen und Drohungen gegen bekannte Virologen auf. Des weiteren zeigt sich, dass „die Bewegung“ von Anfang an kein Problem damit hatte, mit (extrem) Rechten gemeinsame Sache zu machen.

So besuchte schon am 16.05.2020 der NPD Landesvorsitzende Hamburg Lennart Schwarzenbach eine verschwörungsideologische Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Am 13.03.2021 fand auf dem Rathausmarkt eine Veranstaltung unter dem Motto „Es reicht – 1 Jahr Lockdownpolitik“ statt. Neben vielen DemonstrantInnen aus dem gewohnten bürgerlichen und verschwörungsideologischen Spektrum besuchten ebenfalls auch ca. 70-80 extrem Rechte wie Hooligans der „Hamburger Löwen“ diese Veranstaltung.-> (Mehr dazu bei der Antifa 22309 bei Twitter als Thread: https://twitter.com/Antifa309/status/1370862336513351680)

Wir können und wollen faschistische Umtriebe wie diese weder in Hamburg noch anderswo dulden und werden diesen in Zukunft mit unserer Kampagne „No Pasaran- Abstandhalten zu Verschwörungsideologien“ etwas entgegensetzen.

Dies werden wir sowohl mit Aufklärung und Recherche, wie aktiven Widerstand auf der Straße umsetzen. Darüber hinaus wollen wir an solidarischen Antworten auf die aktuellen Coronamaßnahmen arbeiten und somit alternative Lösungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie aufzeigen.

NO PASARÁN – Abstand halten zu Verschwörungsideologien!

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Kritik zu der aktuellen Ausgangsbeschränkung in Hamburg

Seit nunmehr einem Jahr dominiert das Corona Virus und dessen Auswirkungen unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben. Seit einem Jahr werden durch die Herrschenden mehr schlecht als recht Maßnahmen beschlossen und durchgesetzt, welche der Ausbreitung des Virus entgegenwirken sollen. Seit einem Jahr wird die Unfähigkeit dieses Bürgerlichen Staates, bei der Bekämpfung der Pandemie, immer offenkundiger. Dies liegt jedoch nicht an der Unwissenheit der Politiker*innen, ganz im Gegenteil! Es ist eine bewusste Entscheidung die Profite einiger weniger Kapitalisten über die Gesundheit und Leben vieler Arbeiter*innen zu stellen. Jüngster Ausdruck dieser Verhältnisse ist die seit Freitag geltende Ausgangssperre.
Während wir uns in Fabriken, Betrieben, Großraumbüros und den Wegen dorthin, dicht an dicht drängen, damit ja keinen einzigen Cent Mehrwert für die Kapitalisten verloren geht, werden sämtliche Corona Maßnahmen in das Privatleben verlagert. Wir dürfen uns nicht mit zwei Freund*innen draußen und mit Abstand treffen, sollen aber brav acht Stunden im Büro sitzen Lohnarbeit verrichten. Wir dürfen keine Demonstrationen mit Masken und Abständen veranstalten, nicht einmal um der Trauer um die ermordeten von Hanau Ausdruck zu verleihen, sollen jedoch weiter an Fließbändern stehen um „die Wirtschaft nicht zu gefährden“. Und natürlich gilt die Ausgangssperre nicht für die Wege von und zur Arbeit.
Gleichzeitig demonstrieren tausende Corona Leugner*innen zusammen mit Verschwörungstheoretiker*innen, Faschisten und Nazis, ohne sich an irgendwelche Corona Maßnahmen zu halten. Sie leugnen die Existenz von Corona oder behaupten es wäre nichts weiter als „eine leichte Grippe“. Sie propagieren antisemitische Vernichtungsfantasien über eine geheime Verschwörung der Eliten von Bill Gates über die Rothschilds bis hin zu dem „Deep State“ und fordern Virolog*innen ans Kreuz zu nageln. Daneben steht die Polizei, hört zu oder bekundet ihre Zuneigung und Solidarität mit der rechten Querfront. Das heißt natürlich nur, solange sie nicht damit beschäftigt ist, den Gegenprotest zusammenzuknüppeln, einzusperren, zu kriminalisieren oder neuerdings mit Motorrädern anzufahren.
Dieser Gegenprotest ist jedoch mehr als notwendig und legitim! Es braucht eine klar solidarische, antifaschistische und klassenbewusste Antwort auf die (fehlenden) Maßnahmen des States und eine konsequente Ausgangssperre für Verschwörungsideolog*innen.
¡no pasarán!
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